Tee - was ist das eigentlich?
Hat vielleicht die eine oder andere eine Vorstellung von Tee, die aus seiner Kindheit her rührt? Kamille-Tee oder Fenchel-Tee? Erkältungs-Tee für die kalte und hustenreiche Jahreszeit?
Oder bedeutet das Wort Tee mehr, bedeutet es Gemütlichkeit, Erzählen mit Freunden bei einer Tasse Tee, Genuss und Entspannung? Tee ist all das.
So viele Vorstellungen, die wir vom Tee haben, so viele Sorten und Möglichkeiten gibt es in unserem Tee-Sortiment. Es fängt an beim Fenchel-Beutel-Tee und hört auf beim China White Bud, der handgepflückten Spitze von Thea Sinensis. Allein in diesem Satz liegt die ganze Welt des Tees.
Aber was ist denn nun Tee? Viele von uns trinken Tee, ohne sich darüber Gedanken zu machen.
Schauen Sie sich die Bilder an. Links sehen Sie die Spitze und zwei Blätter - two leaf and a Bud. Das ist eigentlich Tee. Diese Bestandteile werden geerntet und zu dem verarbeitet, was wir trinken.
Hier handelt es sich um die Ursprungspflanzen Thea assamica bzw. thea sinensiss. Nur wenn es sich um diese Pflanzen handelt, also Tee-Pflanzen mit ihren Bestandteilen, ätherische Öle, Aromen etc., dann reden wir von Tee. Alle anderen Getränke nennen wir Tee, weil wir auf die gleiche Weise heißes Wasser auf die Früchte oder Blätter gießen. Mit Tee im herkömmlichen Sinne hat das aber nichts zu tun. Denn nur das Produkt aus den Ursprungspflanzen verdient diese Bezeichnung.
Ein Tee aus dem Aufguss der Kräuter sollte eigentlich Kräuteraufguß heißen, jedoch reden wir von Kräutertee. Neben der Sorte Schwarzer Tee, Weißer Tee, grüner Tee und gelber Tee gibt es noch viele andere Sorten bzw. Bereiche. Schauen wir uns die Ayurveda-Mischungen an. Hier wird das Wissen der Inder genutzt, um mit bestimmten Mischungen bestimmte Wirkungen zu erzielen. Wenn wir getrocknete Früchte nehmen und diese mit Wasser übergießen, dann wird daraus ein Früchte-Tee. Dieser schmeckt uns dann einfach nur und wir nehmen gesunde Flüssigkeit zu uns, sofern wir ihn nicht süßen.
Wie wurde der Tee entdeckt?
Der Ursprung des Tee - s liegt in China, wo die ersten wilden Tee-Sträucher gefunden wurden. Da sich viele Legenden um die Entdeckung ranken, kann heute nicht genau gesagt werden, seit wann Tee als Getränk bekannt ist.
Vieles über seine Entdeckung ist nicht genau geklärt. In China z.B. erzählt man sich vom Kaiser Shen-Nung: Dieser trank stets nur abgekochtes Wasser. Eines Tages wehte der Wind ein Tee - Blatt in das noch heiße Trinkwasser, als er unter einem Tee - Baum saß. Da ihm das Getränk sehr gut schmeckte und er außerdem von der erfrischenden und belebenden Wirkung begeistert war, soll er das neu entdeckte Getränk regelmäßig getrunken haben.
In Indien existiert die Legende vom Königssohn Bodhidharma. Verärgert über seine Willensschwäche soll er sich die Augenlider abgeschnitten haben, da er bei seinen Meditationen mit den Zen-Mönchen immer einschlief. Die Augenlider schlugen Wurzeln, und daraus wuchs eine Pflanze, deren Blätter ihn belebten und ihm Kraft schenkten. Die wohl unwahrscheinlichste Variante der Entdeckung der Tee - Pflanze.
Es gilt als gesichert, dass schon zu Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. in China der Tee vor allem als Medizin und Stärkungsmittel verabreicht wurde, da die ersten schriftlichen Erwähnungen in dieser Zeit zu finden sind. Die Nachfrage war groß und die Beliebtheit stieg so stark an, dass immer mehr Tee - Plantagen angelegt wurden. Der Tee kam als Genussmittel in Mode und es wurde schon damals Brauch, seinen Gästen Tee anzubieten. Doch erst zur Zeit der Ming-Dynastie (1368-1644) entstand die Art der Zubereitung des Tee - s, wie sie noch heute gebräuchlich ist.
Von China aus hielt der Tee Einzug in Japan. Vermutlich ist er durch buddhistische Mönche aus China mitgebracht worden, und sie begannen im Jahre 801 v. Chr. Tee in ihren Klostergärten anzubauen. Schon bald entwickeltesich ein wahrer Teekult und in den Zen-Klöstern entstand die Teezeremonie.
Im Jahre 1440 landete ein chinesisches Schiff im Hafen von Hirado im Matsuura Distrikt. Diese Epoche wurde als T‘ang Dynastie bezeichnet. Der sich an Bord befindliche Chinese Koremin wollte versuchen, erstmals grünen Tee in Japan herzustellen. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort entdeckte er Ureshino. Hier entstanden die ersten japanischen Tee - Sorten. Hier steht auch der älteste Tee - Baum Japans. Sein Alter beträgt ca. 350 Jahre.
Nach Europa gelangte der Tee Anfang des 17. Jahrhunderts. Die ersten Schiffsladungen trafen in Holland ein und die Holländer waren über 50 Jahre lang die einzigen Tee - Importeure in ganz Europa. Dort soll auch die Bezeichnung „Orange“ aus dem FOP = Flowery Orange Pekoe, herrühren.
Im Jahr 1669 begannen die Engländer selbst Tee zu importieren. Mit der gegründeten „East India Company“ errangen sie bald das Handelsmonopol , das sich bis 1833 hielt. Den Engländer störte die Abhängigkeit von den chinesischen Händlern. Um diese zu beenden, wurden Pflanzversuche durchgeführt. Man fand dabei heraus, dass ein Teeanbau auch in Indien möglich ist. Doch das Wissen um die Herstellung von Tee aus den grünen Blättern des Teestrauches fehlte. Der britische Botaniker Robert Fortune ist wohl als erster „Industriespion“ zu bezeichnen, denn er war es, der als chinesischer Kaufmann verkleidet die Anbau- und Fabrikationsmethoden der Chinesen in Erfahrung brachte und das Wissen den Engländern übermittelte.
Von England aus erreichte der Tee schließlich auch Amerika, und als bekanntestes Ereignis dort im Zusammenhang mit Tee ist die „Boston tea party“ zu erwähnen. Der Streit um die Besteuerung des Tees durch die Engländer hat die Unabhängigkeitsbewegung entscheidend beschleunigt und schließlich dazu geführt, dass die Amerikaner heute eine Nation von Kaffeetrinkern sind.
Trotz der großen Beliebtheit von Tee in Deutschland ist der Kaffeekonsum ca. achtmal so hoch wie der Teeverbrauch. Während die Ostfriesen durchschnittlich 2-3 kg pro Jahr und Kopf verbrauchen, liegt er bei dem Rest der deutschen Bevölkerung bei ca. 240 g. Während der schwarze Tee von Beginn an führend war, erfreut sich hierzulande nun insbesondere grüner Tee einer immer größer werdenden Beliebtheit.